May 18, 2024


Der Deutsche Schäferhund hat Jubiläum. Seit 125 Jahren wird er gezüchtet, am 22. April 1899 wurde der „Verein für Deutsche Schäferhunde“ gegründet. Ein Rassehund, wie er im Buche steht. Aber nicht jedermanns Sache. Und auch nicht die jeder Frau. Bleibt die Frage: Welcher Hund passt eigentlich zu mir?

Daniel Joeres, Autor des Ratgebers „Artgerechte Hundeerziehung“ (Arkana-Verlag, 2024), warnt: „Vermeiden Sie den Fehler, dass Sie Ihren Hund nur nach optischen Gesichtspunkten auswählen.“

Der ultimative BILD-Hunde-Test

Dies passiere immer noch häufig, insbesondere nach erfolgreichen Hundefilmen und -serien. „Hier wird meist die Intelligenz und Leistungsfähigkeit von Hunden in den Vordergrund gestellt.“

Dass solche Rassen aber auch eine Menge an Erfahrung und Beschäftigung bräuchten und nicht für jeden Haushalt geeignet sein, „wird dabei oft vergessen“.

Joeres, der die „DogUniversity“ in Monheim am Rhein leitet, hat deshalb für die BILD-Leser ein System entwickelt, das bei der richtigen Entscheidung hilft. Es gibt Anhaltspunkte, welche Hunderasse am besten zu den jeweiligen Lebensumständen passt und dauert keine Minute:

Joeres rät außerdem, sich mit der ursprünglichen Aufgabe einer Rasse auseinanderzusetzen:

[–> „Wofür wurde dieser Hund gezüchtet und welche Aufgaben musste er dafür erledigen?“

Obwohl man einiges durch Erziehung und Training beeinflussen könne, wirke sich die genetische Veranlagung der Hunderassen stark auf ihr Verhalten aus.

Was sind eigentlich Senfhunde?

Ein weiteres Problem ist das „Guthundetum“, zu dem empathische, freundlich gesinnte Menschen gern neigen: Sie wollen retten! Aus diesem Grund möchten sie unbedingt einen Vierbeiner zum Beispiel aus dem Tierheim. Doch oftmals wissen sie nichts – oder nur wenig – über dessen Vergangenheit. Und handeln sich damit vielleicht einen „Senfhund“ ein.

„Als Senfhund bezeichnen wir im Ruhrpott die Hunde, zu denen jeder seinen Senf dazugegeben hat“, sagt Petra Caspelherr vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) augenzwinkernd. „Denn niemand weiß, was solch ein Tier für Erfahrungen gemacht hat.“[–>

Hunde aus Rumänien

Streunende Hunde aus Rumänien etwa hatten weder Herrchen noch Frauchen, die sich um sie gekümmert hat, noch kennen sie das Leben in einer abgeschlossenen Wohnung.

Doch bei der Wahl eines Hundes siegt oft nicht die Vernunft, sondern die Emotion. „Wie süß!“, „Was für tolle Augen!“, „Och, der tut mir so leid!“

Wahl mit kühlem Kopf

Das Problem: Nur wer sich mit kühlem Kopf einen Gefährten fürs Leben – oder zumindest die nächsten Jahre – wählt, wird mit diesem glücklich werden.

► „Die erste Frage also, die wir uns vor der Anschaffung stellen sollten, lautet: Kann ich mich tatsächlich 15 Jahre oder noch länger auf einen Hund einlassen?“, sagt Caspelherr.

Erst wenn diese Frage mit der eigenen Lebensplanung abgeglichen und aufrichtig mit „Ja!“ beantwortet wurde, lässt sich mit weiteren Überlegungen fortfahren. Es folgt, so bitter das auch sein mag, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Alter.

► Ist man als Frau älter als 69 oder als Mann älter als 65 Jahre alt, wird einen der Hund – rein statistisch gesehen – überleben.

Das heißt nicht, dass sich keiner mehr angeschafft werden darf. Aber es ist nur fair, wenn schnellstmöglich testamentarisch eine Patenschaft eingerichtet wird:

► „Wer bekommt das Tier, wenn ich mal nicht mehr bin?“, formuliert es Caspelherr.

Doch welches Tier passt nun zur eigenen Situation? Hunde-Expertin Caspelherr rät, sich folgende Fragen zu stellen:

► „Habe ich wirklich die Kraft, um den Hund festzuhalten?“

► „Darf ich überhaupt einen Hund halten, bekomme ich ihn in die Etagenwohnung?

► „Habe ich das nötige Kleingeld, um für alle Kosten des Tieres aufzukommen?“

Ein Hund kostet Geld – viel Geld

Die Erstanschaffung schlägt laut der Rassebetreuerin des VDH im Schnitt mit 350 Euro zu Buche. Damit ist nicht der Hund an sich gemeint, sondern Utensilien wie Leine, Körbchen, Näpfe usw. Das Futter kostet je nach Größe 30 bis 150 Euro pro Monat.

Die Hundesteuer kann in Abhängigkeit zu der Gemeinde, die sie festgesetzt hat, zwischen 1 und 1000 Euro jährlich liegen. Eine Tierhaftpflicht-Versicherung für etwa 80 Euro sollte man ebenfalls haben.

Auch eine Kranken-OP-Versicherung für rund 350 Euro jährlich ist „ein absolutes Muss“, findet Caspelherr angesichts von ungefähr 5000 Euro Tierarztkosten für einen Kreuzbandriss.

Statistik: Hundehaltung in Deutschland – Infografik

Am Ende entscheidet der Züchter

Doch auch das bleibt alles nur graue Theorie, solange nicht Tierheim oder Züchter aufgesucht wurden. Denn diese allein entscheiden, ob der Hund tatsächlich übergeben wird oder nicht.

„Ich habe bei Anfragen immer die gesamte Familie kommen lassen“, sagt Caspelherr, die nicht nur für die Rassehunde beim VDH verantwortlich ist, sondern selbst gezüchtet hat.

► „Ein guter Züchter will wissen: Was läuft in der Familie ab, passt da wirklich ein Hund ins Gefüge?“

Es sei auch schon vorgekommen, dass sie Interessenten wieder nach Hause geschickt habe: „Für manche ist vielleicht nur die entsprechende Rasse nicht geeignet. Anderen muss man als Züchter auch ganz direkt sagen: ,Kaufen Sie sich lieber eine Bodenvase!‘“



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